Book Review: “Maksym” von Dirk Stermann

Please note: I first published this book review on the “Goodreads”-website in 2023.

Meine Bewertung: 3 (of 5) “stars”

Ich habe die im Jahr 2022 vom Rohwolt-Verlag veröffentlichte Hardcover-Kopie gelesen, die ich als Weihnachtsgeschenk bekommen habe. Ich werde das Buch im Freundeskreis weiterschenken.

Mir hat das Buch gefallen, aber eigentlich bin ich kein Fan der Gattung Autofiktion. Früher Thomas Bernhard (“Holzfällen”), jetzt Joachim Mayerhoff, Annie Ernaux und eben auch Dirk Stermann – sie alle schreiben Romane, in die ein paar Personen und Erlebnisse ihres eigenen Lebens eingearbeitet sind, der Großteil der Geschichten aber erfunden ist.

Ich finde das sehr irritierend, und empfinde beim Lesen eine gewisse Orientierungslosigkeit. Ich lese keine Autobiografie, das ist klar. Aber eben auch keinen “echten” Roman.

Mir geht Autofiktion mittlerweile schon sehr auf die Nerven. Ich glaube, das war das letzte Buch dieser Gattung, das ich in absehbarer Zeit lesen werde.

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Book Review: “Dunkelblum” von Eva Menasse

Please note: I first published this book review on the “Goodreads”-website in 2023.

Meine Bewertung: 3 (of 5) “stars”

Ich habe die im Jahr 2021 veröffentlichte Hardcover-Edition des Verlags Kiepenheuer & Witsch gelesen, die ursprünglich einer Freundin gehörte, die das Buch an mich weiterschenkte. Ich habe es auch verschenkt, indem ich es in das offene Bücherregal im Q19 Einkaufszentrum in Wien gestellt habe.

Erzählt wird eine Geschichte, die im Jahr 1989 in dem fiktiven Ort Dunkelblum an der burgenländisch-ungarischen Grenze spielt. Ereignisse der letzten Kriegstage des Zweiten Weltkrieges wirken stark nach. Die Geschichte erinnert an das “Massaker von Rechnitz” – ich denke, es ist ganz bewusst eine fiktive Nacherzählung des Massakers, eingebettet in Ereignisse des Jahres 1989.

Ich fand das Buch sehr interessant, aber es gibt so viele Figuren, dass ich jedes Mal, wenn ich nach einer mehrtägigen Pause weiterlas, zurückblättern und mich neu orientieren musste.

Erzählt wird die Geschichte von einem anonymen Erzähler, das schafft Distanz beim Leser. Auch deshalb fiel es mir lange sehr schwer, den Überblick über die Figuren zu behalten. Es gab einfach keine Figur, deren “point of view” mich durch die Geschichte geführt hätte. Und das ist auch der Grund, weshalb ich die Geschichte mit einer inneren emotionalen Distanz gelesen und am Schluss das Buch eher unbefriedigt zur Seite gelegt habe.

Ich werde das Buch verschenken oder in einem offenen Bücherkasten deponieren, damit es von jemand anderem auch noch gelesen werden kann. Ich fand es nicht so toll, dass ich es noch ein zweites Mal lesen würde wollen. Deshalb: drei “Sterne”.

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Book Review: “Alle, außer mir” von Francesca Melandri

Please note: I first published this book review on the “Goodreads”-website in 2023.

Meine Bewertung: 5 (of 5) “stars”

Ich habe eine Hardcover-Edition dieses im Jahr 2018 vom Verlag Klaus Wagenbach veröffentlichten Romans als Weihnachtsgeschenk erhalten.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, obwohl es keine leichte Kost ist: Die Autorin erzählt die Geschichte des Italieners Attilio Profeti und seiner Familie: Eltern, Großeltern, zwei Ehefrauen, fünf Kinder von drei verschiedenen Frauen. Attilio war ein durch und durch korrputer Mensch, er war Faschist, Rassist und trotzdem verliebt in eine Äthiopierin.

Die Familiengeschichte ist eingebettet in – vor allem – die Zeit des Faschismus in Italien und in die Jahre der Kolonialherrschaft Italiens über Äthiopien.

Die Greueltaten der Italiener in Äthiopien während des Abessinienkrieges sind nicht leicht zu lesen, und die Beschreibung der Jahre unter Mussolini ist erschütternd. Die Korruption in Italien während der Regierungszeit von Silvio Berlusconi widerte mich beim Lesen auch sehr an.

Die Geschichte endet im Jahr 2012, mit dem Tod des Attilio Profeti. Die Autorin hat sich für eine nicht-chronologische, elliptische Erzählweise entschieden, sie springt zwischen den Zeiten und Figuren hin und her, was ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist, aber gut funktioniert.

Das Buch schildert eine korrupte italienische Gesellschaft, korrupte Regierungen, faschistische und rassistische Menschen und die wirklich widerwärtige Behandlung von Flüchtlingen in der heutigen Zeit. Melandri beschreibt ein Italien, das ich so nicht nicht kannte.

Ich habe das Buch innerhalb von rund zwei Wochen ausgelesen und jeweils nur ein paar Seiten auf einmal gelesen. Ich musste immer wieder Pausen einlegen, um das Gelesene zu verdauen. Aber es ist ein sehr gutes Buch, das Lesen zahlt sich aus, und ich kann es auf jeden Fall empfehlen.

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